Chronik vor 75 Jahren

Die letzten Kriegstage und die Nachkriegszeit in Heilbronn - erzählt mit der Heilbronner Chronik

Vor genau 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit dem Sieg der Alliierten über das Nazi-Deutschland. Das Stadtarchiv als die Gedächtnisinstitution der Stadt Heilbronn will an dieser Stelle an die entscheidenden, dramatischen Tage vor 75 Jahren erinnern: Es veröffentlicht Einträge aus der Heilbronner Chronik "heute vor 75 Jahren" täglich hier auf dieser Website.

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern unserer Webpräsenz eine interessante und zum Nachdenken anregende Lektüre.

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Zum Kontext der Chronik

Die Chronikbände 5 und 6, die an dieser Stelle im Original zitiert werden, entstanden aus Aufzeichnungen des Stadtarchivars Alexander Renz, der zwischen 1938 und 1945 und zwischen 1946 bzw. 1948 und 1954 im Heilbronner Stadtarchiv beschäftigt war.

Renz wurde im Oktober 1945 als Angestellter der Stadtverwaltung entlassen, weil er 1934 in die NSDAP eingetreten war und damit im Spruchkammerverfahren zunächst der Gruppe 2 ("Belasteter") zugeordnet wurde. Sein Entnazifizierungsverfahren wurde aufgrund der Weihnachtsamnestie vom 5. Februar 1947 im März 1948 eingestellt und seine NS-Belastung auf die 4. Gruppe der "Mitläufer" herabgestuft. Mit der Einstellung des Verfahrens stand seiner Wiederanstellung als Stadtarchivar ab Oktober 1948 nichts mehr im Wege, zumal er bereits seit November 1946 als Hilfsarbeiter im Stadtarchiv wieder tätig war.

Die Leser*innen der Chronik mögen beachten: Auch diese Quelle gibt wie jede Aussage zunächst eine Ansicht wieder. Ob diese den Tatsachen entspricht, die Faktenlage umfassend genug darstellt, und ob sie – ggf. auch implizit – Wertungen enthält, müssen die Leser*innen selbst kritisch hinterfragen. Denn auch Alexander Renz war als Zeitgenosse der Ereignisse, die er als Stadtchronik zu dokumentieren versuchte, Kind seiner Zeit und damit höchstwahrscheinlich in seinem Wahrnehmungshorizont eingeschränkt. Auch Renz mag in seinen Ausführungen als Chronist nicht immer frei von Klischees und Vorurteilen gewesen sein, sodass seine Einträge an manchen Stellen Neutralität vermissen lassen mögen.