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Projekte

Unter Federführung des Heilbronner Grünflächensamts wurde 2024 ein Konzept für den Gedenkort KZ Neckargartach - den KZ-Friedhof und das ehemalige Konzentrationslager - entwickelt. Das Stadtarchiv Heilbronn ist für die inhaltliche Ausgestaltung verantwortlich. 

An das ehemalige Konzentrationslager in Heilbronn-Neckargartach, ein Außenlager des KZ-Komplexes Natzweiler im Elsass, erinnert derzeit lediglich der KZ-Friedhof, der 1946 von Neckargartacher Bürgerinnen und Bürgern an der Stelle des Massengrabs errichtet wurde, in dem die toten KZ-Häftlinge zwischen Dezember 1944 und April 1945 verscharrt wurden. Vom ehemaligen Konzentrationslager selbst ist vor Ort nichts mehr zu sehen. Das KZ wurde am 1. April 1945 geräumt. Anlässlich des 80. Jahrestags im Jahr 2025 ist daher vorgesehen, den KZ-Friedhof aufzuwerten, den Gedenkort zu erweitern und das ehemalige Konzentrationslagerager sichtbar zu machen. Cortenstahl-Elemente an drei Stellen in der Böllinger Straße und neben dem KZ-Friedhof sollen Teile der Barackenwände symbolisieren und gleichzeitig mit kurzen Texten und Karten erste Informationen über das Lager liefern. Der Stacheldrahtverlauf soll auf der Straße rot markiert werden. Ein Tastmodell wird die topografischen Gegebenheiten visualisieren. 

Das Stadtarchiv entwickelt parallel dazu eine Webseite, die über QR-Codes am Gedenkort abgerufen werden kann, und auf der man Informationen über das KZ und deren Häftlinge, ihre Arbeitseinsätze, über den Todesmarsch im April 1945, aber auch über die SS-Wachtruppen oder die Gedenkkultur finden wird. Die Informationen werden um Augenzeugenberichte über das Konzentrationslager ergänzt. Recherchetipps, Literatur und Quellenhinweise komplettieren die Webpräsenz.

Am 1. April 2025 ist außerdem die Neuauflage der Monografie von Dr. Heinz Risel über das Konzentrationslager Heilbronn-Neckargartach in der Reihe des Stadtarchivs erschienen und kann im Buchhandel und im Stadtarchiv erworben werden.

Das Gedenkortkonzept erfüllt die Wünsche und Forderungen der Bürgerinitiative “Initiative Gedenkstätte KZ Heilbronn-Neckargartach”, die u.a. plant, am fertiggestellten Gedenkort Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler anzubieten. 

Unter dem oben genannten Titel bietet das Stadtarchiv Heilbronn auf zwölf Informationsstationen vor Ort und auf einer Webseite „waldheide.heilbronn.de“ Informationen zur Geschichte der Waldheide an. 

Historische Fotos, Karten, Luftbilder, Zeitzeugenberichte und Objekte aus dem Bestand des Stadtarchivs Heilbronn informieren vor allem zum Pershing-Unfall 1985, die Waldheide als Hochsicherheitsanlage, die Protestbewegung und die Renaturierung.

Themen der Informationsstationen auf der Waldheide

Unter Federführung des Stadtarchivs Heilbronn wurde von der NS-Spezialistin Dr. Susanne Wein eine Studie durchgeführt, in der die NS-Verflechtungen bzw. NS-Belastungen der Namensgeber von Heilbronner Straßen, Plätzen, Schulen usw. untersucht wurden. Ziel war es, eine wissenschaftlich saubere und fundierte Faktensammlung sowie eine historisch-wissenschaftliche Einordnung mit Handlungsempfehlung zu möglichen NS-Verflechtungen bzw. NS-Belastungen als Grundlage für eine politische, öffentliche Diskussion über eventuelle Umbenennungen zu erlangen. Eine Expertenkommission, bestehend aus den Historikern Prof. Dr. Frank Engehausen, Prof. Dr. Thomas Schnabel, Prof. Dr. Christhard Schrenk und Direktor Cajus Wypior, hat die Ergebnisse dieses Gutachtens intensiv diskutiert und dazu Stellung genommen. Im Gutachten wurden insgesamt 39 Fälle der NS-Belastungen bei Namensgebern untersucht. Im Ergebnis wurden 7 Straßennamen zur Umbenennung empfohlen.  

Das Gutachten und die Ergebnisse der Beratungen der Expertenkommission wurden inzwischen in einer Drucksache dem Gemeiderat zur Entscheidung vorgelegt. Die Drucksache, das Gutachten und die Ergebnisse der Expertenkommission sind über das Gremieninformationssystem für Bürgerinnen und Bürger öffentlich zugänglich. 

Der Gemeinderat hat entschieden, die Verwaltung zu beauftragen, für jede der zur Umbenennung empfohlenen Straße Anhörungsverfahren einzuleiten, die Umbenennungen zu prüfen und ggf. Alternativbenennungen zum Beschluss vorzulegen. Etwaige Umbenennungen von Namen, die keine Straßen, sondern z.B. Gebäude tragen, sind nicht Gegenstand dieses Verfahrens. 

Seit 2009 werden zusammen mit Gunter Demnig in Heilbronn Stolpersteine verlegt und damit Heilbronner Opfer des Nationalsozialismus im Stadtraum sichtbar gemacht.

Die Opfer stammten aus allen Gesellschaftsschichten; sie waren in der Mehrzahl jüdischen Glaubens, aber der Terror des Naziregimes machte auch vor behinderten Menschen, politischen Gegnern und anderen Bevölkerungsgruppen wie Sinti und Roma nicht halt.

Das Stolperstein-Projekt wird in Heilbronn von einem Runden Tisch begleitet, der die Aktion koordiniert und der gemeinsam mit dem Stadtarchiv Heilbronn die Forschungen zu den Wegen und Schicksalen der ermordeten Menschen begleitet.

Zu der Webseite
 

200. Geburtstag von Ludwig Pfau


Am 25. Januar 2021 startete unsere Videoclip-Reihe zu Ludwig Pfau (1821-1894) - süddeutscher Revolutionär, Dichter, Gründer und Herausgeber des Satiremagazins Eulenspiegel, Demokrat und Ehrenbürger der Stadt Heilbronn. Sein Geburtstag jährte sich am 25. August 2021 zum 200. Mal. Daher veröffentlichten wir an jedem 25. eines Monats einen Videoclip (produziert von GrunwaldKranich) und einen Blogbeitrag zu Ludwig Pfau und seinem bewegten Leben:

Blogbeiträge mit Videoclips: