Bildungsplan

Bildungsplan und Schulcurriculum

Landes- und Regionalgeschichte eignen sich hervorragend für das Schulprofil einer Schule und als inhaltlicher und methodischer Schwerpunkt für das Schulcurriculum beispielsweise in den Fächern Geschichte und Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde. Inhaltlich vertiefen regionale Bezüge einzelne Themen, methodisch bieten sie Ansatzpunkte für selbstständiges und entdeckendes Lernen.

Die Bildungspläne der verschiedenen Schularten weisen auf die Bedeutung selbstständigen und entdeckenden Lernens hin. So wird beispielsweise in der Einführung des Bildungsplans der Realschule in Baden-Württemberg explizit auf handlungsorientiertes, selbstständiges und für die Person des Schülers bedeutsames Lernen verwiesen und weiter ausgeführt, „außerschulische Erfahrungen und außerschulischer Einsatz tragen in hohem Maß zur Lernmotivation bei, sind darum systematisch einzubeziehen und bei der Bewertung hoch zu veranschlagen. Aus der Schule gehen – etwas in die Schule mitbringen, diese Maxime steigert die Wirksamkeit der Schule und ihrer Gegenstände.[1]  Somit gibt es im Bereich des außerschulischen als auch des schulischen Unterrichts vielfältige Bezugspunkte im Bildungsplan, sowohl auf methodischer als auch auf fachlicher Ebene.

Realschule

Für das dargestellte Schulprojekt zum Jägerhaus und die vorgestellten Unterrichtsmaterialien sind das beispielsweise im Fach Geschichte der Realschule:

Bildungsstandards Klasse 6:

"Die Schülerinnen und Schüler können die Geschichte … des Schulortes beschreiben."[2]

Bildungsstandards Klasse 8:

"Die Schülerinnen und Schüler können die großen sozialen Probleme für die Arbeiterschaft und ihre Familien als Folgeerscheinungen (der industriellen Revolution) auflisten und einordnen."[3]

Das wird nur gelingen, wenn den Schülern das Alltagsleben - Arbeit und Freizeit -unterschiedlicher sozialer Schichten wie dem Bürgertum im Gegensatz zu den Arbeitern präsent ist.

Allgemein:

"Für das Fach Geschichte wird ein längsschnittartiger Ansatz verfolgt".[4]

Besonders zum Abschluss des Geschichtsunterrichts bietet es sich an, nochmals längsschnittartig einzelne Themen zu beleuchten. Hingewiesen sei hier auf die ganz unterschiedlichen Möglichkeiten, die das Schulbuch „Geschichte Konkret“ für die Realschule aufzeigt.[5] Ein alltagsgeschichtliches Thema wie “ Freizeit früher und heute“ eignet sich dafür besonders gut, weil es direkt an die Lebens-und Erfahrungswelt der Schüler anknüpft.

 


 

1 Bildungsplan Realschule 2004 Baden-Württemberg, Einführung S. 16/17.
2 a.a.O., S. 106.
3 a.a.O., S. 110.
4 a.a.O., S. 105.
5 Geschichte Konkret 3, Realschule Baden-Württemberg, Schroedel 2006, S. 266 - 294.

Einbindung in die Unterrichtsplanung

Anknüpfungspunkte für die Behandlung des Themas ergeben sich beispielsweise bei den Themen "Erkundung des Schulorts" zu Beginn des Geschichtsunterrichts, bei der Behandlung der Industrialisierung und beim Thema Kaiserreich / Jahrhundertwende.

Zusammen mit der Geschichts-AG der Helene-Lange-Realschule wurden Arbeitsblätter erstellt, die sich direkt einsetzen lassen. Diese können auch als Anregung gesehen werden, eigene Arbeitsblätter aus den Materialien zusammenzustellen.

Die Unterrichtsvorschläge wurden in einer siebten und einer zehnten Realschulklasse erprobt. Wie allgemein bei regional- oder landesgeschichtlichen Themen war das Interesse der Schüler sehr groß, etwas über die näherer Umgebung zu erfahren.

 
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