Arbeitsblätter - Schreibaufgabe, Gruppenarbeit, freie Schülerarbeit

Thema: Bürgerlicher Sonntagsausflug

Gesellschaftliche Unterschiede zwischen Arbeitern und Bürgertum lassen sich in den Arbeitsblättern anhand der Bilder und der Aufgaben sehr gut herausarbeiten: Kleidung, Haltung und zusätzliche Informationen zeigen, wie das gehobene Bürgertum dem Adel nacheiferte und sich deutlich von der Arbeiterklasse unterschied.


Zwei unterschiedliche Arbeitsformen sind möglich:

1. Schreibaufgabe
Das Arbeitsblatt "Schreibaufgabe" soll dazu anregen, sich in die Rolle eines Bürgers um die Jahrhundertwende hineinzuversetzen und aus seiner Sicht einen Sonntagsausflug aufs Jägerhaus zu schildern. Diese Aufgabe ist besonders für sprachbegabte Schüler geeignet.

2. Gruppenarbeit
Die Arbeitsblätter zur Gruppenarbeit dienen dazu, in Gruppen Beobachtungen zu einzelnen Stationen des Sonntagsausflugs zu notieren und anschließend einen Vertreter jeder Gruppe einen Teil des Sonntagsausflugs vor der  Klasse erzählen zu lassen, so dass  letztlich der gesamte Ausflug dargestellt wird. Alternativ könnten entsprechend der Kugellagermethode oder mit Hilfe von Expertengruppen die Ergebnisse der einzelnen Gruppen zusammengefügt werden.

Neben den vorgeschlagenen Bildern lassen sich selbstverständlich alle Folien der beiliegenden Powerpoint-Präsentation verwenden, um individuell eine ähnliche Aufgabe zusammenzustellen.

 

Freie Schülerarbeit

Das Jägerhaus als Ausflugsziel

Das Arbeitsblatt zeigt Quellen zur Geschichte des Jägerhauses als Ausflugsziel um 1900, in den dreißiger Jahren und aus der Nachkriegszeit. Es wird deutlich, dass das Jägerhaus zu allen Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel war, sich die Anreise heute allerdings deutlich vereinfacht hat.
Seite 1 – Jahrhundertwende um 1900
Es handelt sich um das Titelblatt und einen Textauszug eines europäischen Wanderführers aus dem Jahr 1895 (Hönes, C.: Heilbronn und seine Umgebung. Zürich 1895 (Europäische Wanderbilder Durch Schwaben. VIII), Titelblatt und S. 403).
Seite 2 - Dreißiger Jahre
Die Zeichnung von Ipf (Horst Siegmann) illustriert einen Artikel in der Neckar-Zeitung vom 2. Juli 1932 über die Freigabe der Straße zum Jägerhaus für den Autoverkehr an Sonntagen.
Seite 3 - Anreise zum Jägerhaus
Das Jägerhaus ist mit Bus und Auto erreichbar (Foto: Stadtarchiv Heilbronn)
Auszug aus dem Adressbuch der Stadt Heilbronn (Adreßbuch der Stadt Heilbronn a. N. 1934. Bearbeitet von Oberrechnungsrat Kielwein. Im Selbstverlag der Stadtverwaltung. S. I 24)
Seite 4: Anreise zum Jägerhaus
Mit dem Auto aufs Jägerhaus (Foto: Stadtarchiv Heilbronn)
Fahrplan Ausflugsverkehr der Heilbronner Verkehrsbetriebe von 1956 (Archiv Herbert Conz)

 

Gefahren des Alkohols im Straßenverkehr

Das Arbeitsblatt gibt ein Beispiel, wie Ausflüge zum Jägerhaus früher auch abgelaufen sein können und gibt nebenbei Einblicke in weniger bekannte Aspekte der Rauchschen Familiengeschichte.
Der Textauszug aus der Geschichte der Familie von Rauch (Stadtarchiv Heilbronn) motiviert durch seinen Rätselcharakter, die für die Schüler nicht einfache Schrift zu entziffern.
Das Bild veranschaulicht, wie Ausflüge zum Jägerhaus vor Erfindung des Autos und des Omnibusses bei wohlhabenden Familien ausgesehen haben können.
Geschichte der Familie von Rauch in Heilbronn, Heilbronn 1919, S. 89 (Text) und S. 130 (Zeichnung

 

Geschichte des Jägerhauses

Der Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1936 soll dazu dienen, die Daten zunächst zu markieren und anschließend einen Zeitstrahl zur Entstehung des Jägerhauses zu zeichnen. Damit wird den Schülern bewusst, wie lange die Geschichte des ihnen bekannten Ausflugsorts zurückreicht, vor allem, wie lange es schon einen Wirtschaftsbetrieb gibt. Auch hier soll der Rätselcharakter der für die Schüler nicht einfach zu lesenden Schrift die Motivation fördern.

 

Geschichte des Wanderns

Um das Thema „Freizeit am Jägerhaus“ in einen größeren Zusammenhang zu stellen und eine Verknüpfung von Industrie- und Alltagsgeschichte herzustellen, kann das vorliegende Arbeitsblatt eingesetzt werden.
Interessant ist auch die Quelle: Das Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hält das Wandern offensichtlich für so relevant, dass es dieses Thema untersucht.

 

Die Heilbronner Steinbrüche

Die Bilder auf Seite 1 vermitteln anschaulich, wie man sich die Arbeit im Steinbruch am Jägerhaus in vergangenen Zeiten vorstellen kann. Es wird deutlich, wie schwer und gefährlich die Arbeit war und es lässt sich auch erkennen, dass es sich um keinen „zentralen“ großen Steinbruchbetrieb handelte, sondern einzelne Pächter tätig waren (Um 1900 waren es zehn Pächter: H. Albrecht, C. Dessecker, Julius Hagenmeyer, Ludwig Huber, M. Keppeler, Koch & Mayer, Kuhnle, G. Seyfang, Adolf  Weber, H. Weisert.).
Wenn sich die Schüler die einzelnen Schritte vom Abbau des Sandsteins über den Transport mit den damals üblichen Mitteln vorstellen bis hin zum Einsatz der Steine beim Bau, wo jeder einzelne Stein passgenau behauen werden musste, zeigt sich der Unterschied zwischen dem Bauen, wie es noch im Wilhelminismus für Bürgerhäuser üblich war und dem industriell geprägten Bauen, wie es sich seit den Zwanziger Jahren entwickelte.

Seit Jahrhunderten wird in Heilbronn Schilfsandstein gebrochen.

 

Welche Freizeitaktivitäten wären auf dem Jägerhaus möglich?

Hier dürfen Schüler besonders kreativ sein und ausgefallene Ideen entwickeln. Schüler der siebten Klasse hatten beispielsweise den Einfall, mit einem Wasserflugzeug vom Trappensee zu starten und anschließend das Jägerhaus zu überfliegen.

Allerdings ist keine Idee noch so verrückt, dass sie nicht doch von der Realität übertroffen wird: Die Heilbronner Stimme vom 22. Oktober1969 berichtete, "der kühne Plan, im Jägerhauswald ein Delphinarium einzurichten", habe sich leider zerschlagen."'Flipper' und seine Freunde sollten eine neue Attraktion für Heilbronner und ihre Gäste sein.“ Doch leider: "… die Schwierigkeiten bei der Haltung von Delphinen sowie der finanzielle Aufwand machten einen dicken Strich durch diese Rechnung."

Am 1. Juli 1970 berichtete die Heilbronner Stimme von einer neuen Attraktion im stillen Jägerhauswald: "Neuerdings können sich die Kleinen auf dem 80 Quadratmeter großen Autoscooterplatz austoben."

Beide Berichte sollen die Schüler anregen zu eigenen Ideen.

 
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