Zivile Zwangsarbeiter in der Stadt Heilbronn 1940-1945

Für die Stadt Heilbronn können zurzeit insgesamt 5048 zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen aus den Quellen namentlich nachgewiesen werden. Das sind – vorsichtig geschätzt – etwa 70-80 Prozent aller während des Zweiten Weltkriegs in der Stadt beschäftigt gewesenen zivilen Zwangsarbeiter. Die Herkunftsländer dieser Arbeitskräfte waren: Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Polen, das Protektorat Böhmen und Mähren, die Sowjetunion, die Ukraine, Slowenien, Serbien, Kroatien und Griechenland.

Um „Fremdarbeiter“ zugeteilt zu bekommen, musste eine Firma als Produzent kriegswichtiger Artikel anerkannt sein. Insgesamt konnten für den Stadtkreis Heilbronn bisher 272 unterschiedliche Arbeitgeber festgestellt werden, bei denen zivile Zwangsarbeiter nachzuweisen sind. Die Größenordnung bewegte sich von einer einzigen Person bis hin zu über 800 Beschäftigten (bezogen auf den ganzen Zeitraum des Zweiten Weltkriegs).

Über das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu den ausländischen Arbeitern ist für Heilbronn wenig überliefert. Zwischen den Extremen - Misshandlung der Ausländer durch Deutsche ebenso wie nahezu freundschaftliche Beziehungen zu ihnen – scheinen aber auch in Heilbronn die meisten Zeitgenossen das Phänomen „Zwangsarbeit“ während des Zweiten Weltkriegs mit Gleichgültigkeit hingenommen zu haben. Die „Fremdarbeiter“ gehörten zum Kriegsalltag wie Lebensmittelkarten und Luftschutzbunker.

 
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