Victoria Wolff (1903–1992)

"Meine Jugend war herrlich ..." resümierte die in Heilbronn geborene Trude Victor, als sie längst als Schriftstellerin Victoria Wolff in den USA lebte. Die Tochter eines jüdischen Lederfabrikanten besuchte ab 1917 das Heilbronner Realgymnasium und machte dort 1922 das Abitur. Das auf Wunsch ihres Vaters begonnene Chemiestudium brach sie ab und widmete sich ganz ihrem journalistischen und schriftstellerischen Talent.

Auch nach ihrer Heirat mit dem Textilfabrikanten Dr. Alfred Max Wolf und der Geburt der beiden Kinder (1926 und 1928) schrieb Victoria Wolf weiter. 1932 wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Nach der Machtergreifung Hitlers durfte sie wegen ihrer jüdischen Abstammung nicht mehr publizieren.

Deshalb verließ sie mit ihren Kindern Deutschland bereits am 1. April 1933, während ihr Mann zunächst in Heilbronn blieb; die Ehe wurde 1947 geschieden. Über die Stationen Ascona und Nizza gelang es Victoria Wolff noch 1941, in die USA auszuwandern. 1949 heiratete sie dort den Arzt Dr. Erich Wolff und führte fortan das "ff" in ihrem Namen – "Nach mir kannst Du niemand mehr heiraten, denn einen Wolf mit drei ‚f‘ gibt es nicht!", soll Erich Wolff gesagt haben.

Victoria Wolff gelang es trotz der widrigen Umstände, kontinuierlich weiter zu veröffentlichen. Neben Romanen, Kurzgeschichten und Essays schrieb sie auch Drehbücher für Hollywood. Freundschaften verbanden sie u.a. mit Erich Maria Remarque und Leonhard Frank. Ihr literarisches Schaffen ist geprägt von der Auseinandersetzung der emanzipierten Frau mit dem konservativen Mann.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahm Victoria Wolff den Kontakt zur ihrer alten Heimat wieder auf und war zwischen 1949 und 1985 häufig in Heilbronn zu Gast. Sie starb am 16. September 1992 in Los Angeles.

 
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