Unterland

Historisch begründet wurde der Begriff im Herzogtum Württemberg, wo es für einige Verwaltungszweige eine räumliche Gliederung in ein "Land ob der Steig" (Oberland) und ein "Land unter der Steig" (Unterland) gab. Die Grenze bildete die alte Weinsteige in Stuttgart.

Der Begriff Unterland hat sich dann für den Raum um Heilbronn eingebürgert, häufig verbunden mit dem Ruf als gute Weingegend. Die Ausdehnung ist nicht genau anzugeben, umfasst aber sicher den Raum zwischen Lauffen, Löwenstein, Gundelsheim und Eppingen. Im geographischen Standardwerk "Süddeutschland" von Robert Gradmann (Stuttgart 1931) heißt es im Abschnitt über das Neckarland: "Innerhalb Württembergs [...] wendet der wissenschaftliche Sprachgebrauch den im Volksmund ziemlich unbestimmten und verschieden angewendeten Ausdruck "Unterland" seit lange auf das Neckarland in unserem Sinne an und stellt ihn dem Schwarzwald, der Alb und Oberschwaben gegenüber."

Immer noch bekannt ist das Lied von Gottfried Weigle (1816–1855) bzw. dessen Anfang, vertont von Friedrich Silcher. Dessen erste Strophe lautet:

Drunten im Unterland,
Da ist's halt fein!
Schlehen im Oberland,
Trauben im Unterland;
Drunten im Unterland
Möcht' i wohl sein!

 
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