Synagoge (Mittelalter)

Die Existenz einer jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Heilbronn weist auf den städtischen Charakter der Siedlung hin. Vor 1300 zählte sie rund 100 Menschen, die am Rand der damaligen Stadt an der heutigen Lohtorstraße lebten. Diese hieß bis 1826 "Judengasse"; im Haus Lohtorstr. 24 befand sich bis 1490 die Synagoge der Heilbronner Gemeinde. Während des Rintfleischpogroms von 1298 wurden auch in Heilbronn Juden verfolgt, vertrieben und getötet, ebenfalls im Pogrom von 1349. 1414 stellte König Sigmund den Heilbronner Juden noch einen Schutzbrief aus; 1476 verboten Bürgermeister und Rat den Juden jedoch die Niederlassung in Heilbronn "auf ewige Zeiten". Die Stadt erwarb 1490 die Synagoge an der Judengasse und den jüdischen Friedhof am Kieselmarkt.

 
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