Jakob Schapiro und die Heilbronner Autoindustrie

Zu den ältesten Heilbronner Automobilunternehmen zählte die Heilbronner Fahrzeug-Fabrik, die 1905 gegründet worden war. Während des Ersten Weltkrieges führte die Firma Heeresaufträge aus, geriet aber nach Kriegsende in Schwierigkeiten und wurde 1920 mit der Carosserie Schebera GmbH Berlin fusioniert. Die neue Firma hieß Süddeutsche Karosseriewerke Schebera Heilbronn AG.

Kopf der Transaktion war Jakob Schapiro, der während der 1920er Jahre zum führenden Spekulanten der Automobilindustrie aufstieg. Er erzwang 1925 die Fusion mit NSU zur NSU Vereinigte Fahrzeugwerke AG. Er besaß Anteile an etlichen weiteren Automobilwerken wie Cyklon, Hansa-Lloyd, Dixi und vor allem Benz in Mannheim.

Schapiro geriet mit der beginnenden Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten; die Banken übernahmen seine Schulden und das Kommando: Benz musste 1926 mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart fusionieren; die NSU Vereinigten Fahrzeugwerke AG wurden 1928 aufgeteilt. Die Heilbronner Fahrzeugproduktion übernahm FIAT.

1930 brach der Schapiro-Konzern endgültig zusammen, Schapiro wurde 1931 verhaftet: „Dem schnell Emporgekommenen und jetzt in die Tiefe Gestürzten kann man ein gewisses Mitleid nicht absprechen", schrieb die Neckar-Zeitung am 13. November 1931.

 
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