1333 - das "Neckarprivileg"

In der breiten Talaue bei Heilbronn veränderte der Neckar immer wieder seinen Lauf und bildete mehrere Flussarme. Seit dem Mittelalter griffen jedoch die Heilbronner regulierend ein, um den Fluss dauerhaft zum Betrieb von Mühlen zu nutzen. Schon vor 1333 war ein Wehr errichtet worden, um das Wasser (wieder?) direkt an der Stadt vorbei zu leiten. Der westliche Flussarm – der später so genannte Böckinger See – verlandete.

Von diesen Maßnahmen waren andere Anlieger des Flusses betroffen, v.a. die in Heilbronn ansässigen Deutschordensritter: 1333 brach der Fluss durch ihre „Weidach“ (eine mit Weiden bestandene Flussaue), und die Deutschherren klagten beim Kaiser gegen die Wasserbaumaßnahmen der Stadt.

Sie zogen jedoch den Kürzeren, denn der Kaiser erlaubte der Stadt, den Neckar dorthin zu leiten, „wohin sie glauben, dass es für die Stadt am allernützlichsten sei“. Dies war für Heilbronn von großer Bedeutung – der Fluss wurde direkt an der Westseite der Stadtmauer entlang geführt und durch zahlreiche Stauwehre unpassierbar gemacht. Jahrhunderte lang war Heilbronn der Endpunkt der Neckarschifffahrt. Daraus entstand das ökonomisch ungemein wertvolle Stapel- und Vorkaufsrecht der Heilbronner Kaufleute für alle Transitwaren, zum anderen wurden die Stauwehre zur Grundlage der Heilbronner Mühlenindustrie.

 
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