Wilhelm Maybach (1846–1929)

Der "König der Konstrukteure" wurde am 9. Februar 1846 in Heilbronn geboren. Bereits wenige Jahre später zog die Familie nach Stuttgart, wo beide Eltern innerhalb weniger Jahre starben. Wilhelm kam als Waisenkind ins Bruderhaus nach Reutlingen, wo der Leiter Gustav Werner seine technische Begabung erkannte und ihm eine Ausbildung als technischer Zeichner in der angeschlossenen Maschinenfabrik vermittelte.

Hier traf Wilhelm Maybach im Jahr 1865 Gottlieb Daimler, mit dem er in den folgenden 35 Jahren aufs Engste zusammenarbeitete. Nach gemeinsamen Berufsjahren und Erfahrungen auf dem Gebiet der Motoren bei der Gasmotorenfabrik von Otto in Deutz, folgte Maybach wiederum Daimler, der sich in Cannstatt selbständig gemacht hatte. Das ehrgeizige Ziel war die Konstruktion eines leichten, schnell laufenden Benzinmotors, der in Fahrzeuge eingebaut werden konnte. Nach jahrelangen Bemühungen gelang dies mit dem Zweizylinder V-Motor mit 1,5 PS.

Maybach erkannte aber auch die Notwendigkeit eines eigens für die Motorisierung konstruierten Fahrzeugs und entwickelte mit dem "Stahlradwagen" die Urform des Autos, die 1889 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt wurde. Nur gut zehn Jahre später brachte die Daimler-Motoren-Gesellschaft einen Rennwagen auf den Markt, in dem Maybach als technischer Direktor neue und zukunftsweisende Ideen verwirklichte: Ein leistungsfähiges, betriebssicheres Auto mit 35 PS-Vierzylindermotor, der erste "Mercedes". Wenige Jahre nach Daimlers Tod im Jahr 1900 wurde Wilhelm Maybach im Jahr 1907 aus der Firma verdrängt.

Inzwischen war sein Sohn Karl in die Fußstapfen des Vaters getreten. Nach einem Maschinenbaustudium arbeitete er jahrelang als Assistent des Vaters bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Nach dem Zeppelinunglück 1908 empfahl Wilhelm Maybach Graf Zeppelin eine neue Motorkonstruktion seines Sohnes. Zeppelin ging darauf ein, und es wurde eine Flugmotoren-Fabrik unter Beteilung von Vater und Sohn Maybach gegründet.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Maybach-Motorenbau-GmbH unter Karl Maybach als technischem Direktor die Fahrzeugproduktion auf und verband damit untrennbar den Namen Maybach mit hochwertigen und luxuriösen Automobilen. Wilhelm Maybach konnte diese Erfolge noch miterleben und starb hochgeehrt Ende 1929 in Cannstatt.

 
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