Gustav Lichdi (1876-1945)

Gustav Lichdi kam am 13. April 1876 auf dem Dörrhof bei Rosenberg/Osterburken in armen, bäuerlichen Verhältnissen zur Welt. Nach einer Lehre als Kaufmann und zielstrebigem autodidaktischem Lernen eröffnete er am 5. Februar 1904 in Heilbronn einen eigenen Kolonialwaren-Laden.

Dies war der Ausgangspunkt für ein wachsendes Imperium an Lichdi-Filialen, deren Verbreitungsgebiet schließlich bis nach Ansbach im Osten und Schwäbisch Gmünd im Süden reichte. Eine fortschrittliche Firmenpolitik, niedrige Preisen, eine offensive Werbung mit einem einprägsamen Firmenzeichen kennzeichneten das Unternehmen, das seit 1924 als Aktiengesellschaft firmierte. Gustav Lichdi war im Umgang mit seinen Mitarbeitern ein sozial denkender Unternehmer; seine Wertschätzung im Heilbronner Wirtschaftsleben brachte ihm eine Berufung als Handelsrichter ein; 1931 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Heilbronner Rotary-Clubs. Politisch war er war liberal-progressiv orientiert; dem „Dritten Reich“ stand er skeptisch gegenüber, zumal damals Filialbetriebe als „unerwünschte Betriebsform“ galten.

Gustav Lichdi erkrankte 1942 schwer. Er starb am 26. April 1945 in Neckarwestheim, sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Heilbronn.

 
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