Der Kran

Die älteste erhaltene Stadtansicht von Heilbronn zeigt den Kran auf dem linken Neckarufer und das nahe gelegene "Gewerbegebiet" auf dem Hefenweiler. Den Kran hatte Hans Schweiner, der Erbauer des Kiliansturms, in den Jahren 1513/14 errichtet. Hier wurden die Lastschiffe be- und entladen, die den Neckar in Richtung Rhein befuhren.

Die Ansicht gibt den Stand der Flussführung, der Wehre und Mühlen Mitte des 16. Jahrhunderts wieder. Am linken Rand der Stadtbefestigung - neben dem Bollwerksturm - ist die Bürgermühle ("mit 8 gengen") eingezeichnet; sie ist auch als "Schleiffmul" bezeichnet. Rechts vom Kran steht die Wasenmühle.

Auch auf dem Hefenweiler sind mehrere Wasserräder eingezeichnet - Sägemühle, Kupferhammer, Schleifmühle, Poliermühle, Lohmühle.

 

Seit 1482 mussten sämtliche Brennereien auf dem Hefenweiler angesiedelt werden; innerhalb der Mauern war die Feuergefahr zu hoch. Vermutlich hat die Neckarinsel deshalb ihren Namen von den "Hefenern" - den Töpfern oder Häfnern.

Der Kran hat auf den historischen Ansichten ein wechselndes Aussehen - 1554 ist er rund, bei Merian 1643 mehreckig und in der Stadtansicht von Johann Sigmund Schlehenried rechteckig.

Auf dem Hefenweiler standen nach dem Dreißigjährigen Krieg deutlich weniger Gebäude, nachdem die schwedische Besatzung 1634 einen großen Teil hatte abbrechen lassen. Auch später kam es dort immer wieder zu Bränden - etwa 1730, als die Hammerschmiede gänzlich niederbrannte.

Das Entladen der Lastschiffe am Kran und den Transport in die Stadt sowie weitere Details des Gewerbelebens lassen sich auf der Stadtansicht von Johann Michael Pressel ablesen.  Für die Flöße gab es neben dem Wehr eine Floßgasse.

Über 300 Jahre diente der Tretradkran des Hans Schweiner dem Handel; auf der Lithographie der Gebrüder Wolff wird gerade ein Fass auf ein Pferdefuhrwerk geladen. Der Mann im Vordergrund trägt Holzschuhe - wohl ein holländischer Schiffer.

 
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