Karl von Köstlin (1827-1909)

Fast 40 Jahre lang lebte und wirkte der am 15. Mai 1827 in Stuttgart geborene Jurist Karl von Köstlin in Heilbronn. Vor allem als Gründungsdirektor des Zellengefängnisses, dem er von 1873 bis 1896 vorstand, ging er in die Annalen ein.

Köstlin war ein Strafvollzugsbeamter der besonderen Art. Aus einer kunstsinnigen Familie der schwäbischen Ehrbarkeit stammend sowie als Student von den Idealen der 1848er-Bewegung erfasst, wollte er den politischen Gefangenen, die bei ihm einsaßen, das Leben erleichtern. Besonders bekannt wurde seine Freundschaft mit dem Radikaldemokraten Ludwig Pfau, die 1877 entstand, als Pfau bei ihm in Haft war.

Als Mitglied der Gräßle-Gesellschaft, als Vorstand des Heilbronner Kunstvereins und als begeistertes Liebhaber-Theater-Mitglied leistete Köstlin einen erheblichen Beitrag zum kulturellen und geselligen Leben Heilbronns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Köstlin starb am 22. Mai 1909 in Stuttgart.

 
Seite drucken