Der Klosterkeller

Im Klosterhofareal befand sich bis 2007 der so genannte Klosterkeller, der zahlreiche Bezüge zur Stadtgeschichte hatte. Allerdings gehörte er nicht - wie es die Bezeichnung nahe legt - zum benachbarten Klarakloster, sondern lag an der Klostergasse, die einst zum Kloster hinführte. Die Erbauungszeit ist durch zwei überlieferte Jahreszahlen am früheren Gebäude bekannt: Ein Torbogen trug die Jahreszahl 1584, am Kellertor stand das Jahr 1641.

Der Werkmeister Heinrich Cluss - der Vater des Architekten Adolf Cluss kaufte diesen großen Weinkeller mit Keltergebäude im Jahr 1827 und nutzte ihn für seinen ausgedehnten Weinbaubetrieb. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte der Keller dem Werkmeister Kuhnle, der das Keltergebäude aufstockte und an der Kilianstraße zwei Häuser baute. Später erwarb die Eisenhandlung Schweiker das Anwesen. Den Keller nutzte die Weingroßhandlung Ehrmann.

 

Im Jahr 1939 wurde in diesem Keller ein öffentlicher Luftschutzraum eingerichtet. Dort starben am 4. Dezember 1944 mehr als 600 Menschen durch Kohlenmonoxydvergiftung.

Die Firma Schweiker baute dann in den 1950er Jahren auf den alten Kellern wieder auf. Der letzte große Umbau des Kellers fand 1970 durch die Tanzschule Bopp statt. Viele Schüler und Schülerinnen machten dort in den folgenden 30 Jahren einen Tanzkurs und haben entsprechende Erinnerungen an diese Räume.

Am 21. April 2007 machte das Stadtarchiv Heilbronn den Keller ein letztes Mal zugänglich; knapp 1100 Besucher nutzten die Gelegenheit.

 
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