Hellmuth Hirth (1886-1938)

Hellmuth Hirth kam 1886 in Heilbronn zu Welt, als sein Vater für kurze Zeit Ingenieur in einer Heilbronner Firma war. Vom Vater scheint er den Erfindungsgeist und den Geschäftssinn geerbt zu haben: Hirth wurde Mechaniker und Ingenieur, lebte einige Zeit in USA und England und war der erste Superstar der beginnenden Fliegerei, als er vor dem Ersten Weltkrieg alle großen Wettbewerbe gewann.

In den zwanziger Jahren entwickelte er Flugmotoren und gründete die Hirth-Motoren GmbH in Stuttgart, die nach seinem frühen Tod von den Heinkel-Werken übernommen wurde. Seine Beerdigung 1938 nutzten die NS-Machthaber, um die Bedeutung der Luftwaffe im geplanten Krieg zu demonstrieren. Der Fliegergeneral Ernst Udet legte im Namen Hermann Görings einen Kranz nieder und nannte Hirth "ein Sinnbild deutschen Wollens und Könnens".

Fliegerstar und Konstrukteur

Mit einem von Ernst Heinkel konstruierten Albatros-Wasserflugzeug hatte Hellmuth Hirth 1913 den ersten Preis beim Wasserflugzeug-Wettbewerb am Bodensee gewonnen. Heinkel erzählt darüber in seinen Lebenserinnerungen, wie Hellmuth Hirth mit einigen Sonderwünschen zu ihm gekommen sei:

"Ernscht", sagte Hirth, "ich will im weißen Anzug in meiner Kabine sitzen. Da muß alles vornehm mit Leder ausgeschlagen sein. Außerdem brauche ich einen Polstersessel, verschtehscht, einen noblen Polstersessel."

Hirth gewann im weißen Anzug 40.000 Goldmark Preisgeld - ohne Polstersessel. Heinkel hatte ihn zur Gewichtsersparnis wieder gestrichen.

 

Hellmuth Hirth hatte auch als Buchautor großen Erfolg und vermarktete seine Flugerlebnisse.

 
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