Auslandsbriefe

Eine Treppenhausausstellung zeigte eine kleine Auswahl an Briefen aus dem Archivalien-Bestand B021 „Auslands-Heilbronner“.

Seit 1949 verschickt die Heilbronner Stadtverwaltung jedes Jahr an die im Ausland lebenden Heilbronner und Heilbronnerinnen den sogenannten Weihnachtsbrief. Der Oberbürgermeister gibt darin einen Rückblick auf die herausragenden Ereignisse des vergangenen Jahres und berichtet über die Entwicklung der Stadt. Waren es in den 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre rund 1600 Adressaten in fast 60 Ländern, so sind es heute circa 1100 Personen in rund 40 Ländern, die als „Liebe Freunde in aller Welt“ den Heilbronner Weihnachtsbrief erhalten.

In den ersten Jahren stand vor allem der Wiederaufbau im Mittelpunkt der Weihnachtsbriefe. Viele Auslands-Heilbronner nahmen daran lebhaft Anteil und berichteten dem Oberbürgermeister ihrerseits aus ihrem Leben. Auch Erinnerungen an Kindheit und Jugend in Heilbronn sind immer wieder Thema. Insbesondere die Briefe der ehemaligen jüdischen Mitbürger machen heute noch betroffen, weil aus ihnen soviel Sehnsucht nach der alten Heimat spricht.

Vom 3. bis 8. Juni 1960 veranstaltete die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Paul Meyle die „Heilbronner Heimattage“, zu denen alle im Ausland oder im Bundesgebiet lebenden ehemaligen Heilbronner und Heilbronnerinnen eingeladen waren. Die Resonanz darauf war groß, Hunderte folgten der Einladung und nahmen im Rahmen eines umfangreichen Festprogramms die wiederaufgebaute Stadt in Augenschein.

Auf den Heilbronner Heimattagen von 1960 entstand auch die Anregung, eine Dokumentation über das Schicksal der Heilbronner Juden herauszubringen. Als die Veröffentlichung von Hans Franke über die „Geschichte und das Schicksal der Juden in Heilbronn“ im Jahr 1963 erschien, wurde sie zu einem weiteren wichtigen Brückenschlag zu den ehemaligen jüdischen Mitbürgern, wie einige Beispielbriefe zeigen.

 
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