Aschheim

Wüstung auf Gemarkung Kirchhausen, zwischen Bundesautobahn A 6 und Bruchbach

Eine archäologische Untersuchung im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn A 6 erbrachte 1969 den Nachweis einer Siedlung der Karolingerzeit (8. und 9. Jahrhundert), die möglicherweise mit dem aus den Quellen bekannten Dorf Aschheim identisch ist. Dem archäologischen Befund zufolge kann das Dorf nur wenige Generationen bestanden haben.

Ebenfalls für eine abgegangene Siedlung sprechen die nahegelegenen Flurnamen "Hinter der Warth" und "Unter der Warth", die in den Flurkarten des 19. Jahrhunderts zu finden sind.

Erstmals erwähnt wurde der Ort am 26. Januar 818, als ein Ringolf und seine Frau Rutwiz dem Kloster Lorsch im Gartachgau in Ascheimer marca eine Hube, eine Hofreite und zwei Leibeigene schenken. Etwa 150 Jahre später taucht der Ort erneut in den Quellen auf, als ein Graf Burchard zwischen 950 und 976 seine Güter in Aschheim und anderen Orten der Umgebung mit Bischof Anno von Worms tauscht. Aus der selben Zeit stammt wohl der Eintrag im Besitzverzeichnis des Klosters Weißenburg, in dem im Zusammenhang mit Kirchhausen und Aschheim 20 zerstörte Hofreiten und eine Kirche erwähnt werden; die "Feinde" – wohl die Ungarn, die im Jahr 926 in der Gegend hausten – haben danach einen Ochsen und einen Mann mitgeführt.

 
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